Seit ein paar Tagen bin ich total schlapp, müde und antriebslos. Dabei war ich nach meinen Detox-Wochen so energiegeladen, so konzentriert und habe mich rundum gut gefühlt. Was war passiert? Wo ist all die kraftvolle Energie hin?
Blicke ich zurück auf die letzten Wochen, so erinnere ich mich an tolle Zeiten mit einem großen Familientreffen, Geburtstage von Freunden, Ausflüge, Sportveranstaltungen, usw. Aber so schön das Erlebte auch war, ich war stets fremdbestimmt was das Essen betrifft. Ich hatte keine Gelegenheit, mich ganz auf mich zu konzentrieren und darauf zu hören, was mein Körper gerne gehabt hätte.

Jetzt kommt wieder eine ruhigere Zeit und ich nutze diese Zeit für MICH. Ich höre in mich hinein und warte, was mein Körper mir signalisiert. Gestern zum Beispiel hatte ich einen langen Arbeitstag und war so richtig platt. Vor meinem geistigen Auge blinkten schon die Tasse Kaffee und eine leckere Tafel Schokolade wild umher. Nach einigen Augenblicken spürte ich, dass mich das nicht über mein Mittagstief bringen würde. Ich hatte plötzlich viel mehr Lust auf Erdbeeren und Ananas. Also schnell abfahren von der Autobahn, und fix noch einkaufen. Zuhause gab es dann eine Tasse Wach-Kakao und Ananas mit Erdbeeren und Heidelbeeren. 45min später steckte ich in Laufklamotten und war mit meiner lieben Lauffreundin bereit zum starten. Mit Kaffee und Schokolade wäre ich vermutlich nicht mehr von der Couch gekommen.

Seit heute morgen habe ich unbändige Lust auf Kopfsalat mit Orangen. Mein Körper sucht sich Lebensmittel mit einem hohen Magnesiumgehalt und Vitamin C – und ich befolge brav. Denn er weiß ganz genau was er braucht. Ich muss nur richtig hinhören um zu unterscheiden was er will und was er braucht.

Unser Körper kann seinen Mineralienhaushalt sehr gut selbstständig regulieren über die unterschiedlichen Gelüste. Bei Kindern ist das noch am Besten zu beobachten. Sie essen genau das, was der Körper ihnen signalisiert. Welche Eltern kennen es nicht: Es wird tagelang nach einem bestimmten Lebensmittel verlangt, dann hat man das Angebot endlich der Nachfrage angepasst und von jetzt auf gleich die Nachfrage auf einmal bei 0!
Wir verlernen es leider mit den Jahren darauf zu hören. Der Lebensmittelüberfluss macht es fast unmöglich auf die Bedürfnisse zu hören. Die Lebensmittelindustrie macht uns permanent plausibel, warum wir ganz dringend und unbedingt ihre (meist verarbeitetenden) Nahrungsmittel brauchen.

Aber nicht nur da ist das Bauchgefühl wichtig. Als ich mit unserem ersten Kind schwanger war, kamen von allen Seiten Ratgeberbücher auf mich zu. Ich habe alle abgelehnt – hatten unsere Großeltern früher Ratgeberbücher? Nein, ich habe darauf vertraut, dass Mutter Natur uns das Wissen, wie wir ein Baby halten, wickeln, füttern, versorgen und umsorgen, mit in die Wiege gelegt hat. Auch in Sachen Erziehung sollte man immer auf sein Bauchgefühl hören. In den Büchern kann noch so viel an guten Tipps und Tricks stehen, sie müssen sich auch stimmig anfühlen. Spürst du, dass dir die Tipps Bauchgrummeln verursachen, mache sie nicht. Nicht jeder Deckel passt auf jeden Topf! Und genauso so ist es mit dem Essen.

Im Grunde würden wir uns gesund und richtig ernähren, würden wir doch nur mehr auf unseren Bauch hören. Würden wir doch nur lernen, zu spüren, was wollen und was brauchen ist.